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Bamberg/Dörfleins. Mitten in der Nacht zum Sonntag wurden das THW Bamberg, die Feuerwehren aus Hallstadt, Oberhaid und Dörfleins, der Rettungsdienst sowie die Polizei zu einem wahren Horrorszenario nach Dörfleins gerufen: Ein Personenzug der Deutschen Bahn war "verunglückt".
Um 1.38 Uhr begann die Alarmierung von rund 200 Einsatzkräften. Auf Grund einer Vertragsvereinbarung zwischen Deutscher Bahn und der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist der Einsatz bei derartigen Situationen stetig zu trainieren. Doch nicht nur das THW, sondern vor allem auch die laut Katastrophenschutzgesetz zu alarmierenden Einheiten von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei wurden an den Unfallort geschickt.
Diesmal sollten nicht nur die Ausrückzeiten und das Löschen von Feuer zum Problem werden: Das richtige Handeln und der Einsatz von Spezialgerät und -wissen stand im Vordergrund der Übung. Eigens hierfür wurde auf einem Bahngleis bei Dörfleins ein kompletter Personenzug von der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellt.
30 Verletzten-Darsteller wurden zuvor vom BRK professionell geschminkt und in ihre Aufgaben eingewiesen. So fanden die Retter ein durchaus realistisches Einsatzszenario vor, das manchem gestandenen Katastrophenschützer zu schaffen machte. Angenommen wurde, dass neben den zahlreichen schwerst verletzten Fahrgästen zwölf Personen nur noch tot geborgen werden konnten oder an der Unfallstelle starben. Bei zwölf Verletzten bestand Lebensgefahr. Insgesamt zwölf Krankenhäuser wurden mit den Opfern belegt.
Übungsziel war vor allem die Koordination eines solch großen Einsatzes, die ungewöhnliche Situation auf Bahngebiet, das Eindringen in einen verunglückten Zug sowie die Rettung und die Erstversorgung der Opfer unter beengten Platzbedingungen. Nicht zuletzt war die Gefährdung der Einsatzkräfte zu berücksichtigen, die sich unter einer Stromspannung von 15.000 Volt dem Zug nähern mussten.
Johannes Arneth, organisatorischer Leiter des BRK zeigte sich trotz der extremen Einsatzsituation zufrieden mit dem Ablauf der Übung, sah jedoch ebenso wie Thomas Renner, Kommandant der Feuerwehr Hallstadt und Michael Friedrich, Ortsbeauftragter des THW Bamberg, Verbesserungsbedarf in der ein oder anderen Situation.
THW Bamberg, 23.09.2007